Ein Exoskelett ist eine äußere Stützstruktur, die den Körper eines Lebewesens oder einer Maschine umgibt und schützt. Natürliche Exoskelette kommen bei Tieren wie Käfern oder Krebsen vor und bestehen meist aus Chitin. Im Kontext von Robotik sind künstliche Exoskelette tragbare, mechanische Vorrichtungen, die Menschen dabei unterstützen sich zu bewegen oder ihre Körperkraft zu verstärken. Nach der ISO-Norm 8373:2021 gelten Exoskelette als Serviceroboter, da sie Aufgaben für den Menschen ausführen oder erleichtern, ohne selbst vollständig autonom zu agieren [1].
Aktuell sind bereits einige Exoskelette kommerziell erhältlich, es werden aber auch prototypische Exoskelette erforscht, die auf neuere Technologien wie KI-basierte Bewegungsanpassung setzen. Alle Entwicklungen haben jedoch ähnliche Ziele: menschliche Bewegungen verstärken, stabilisieren oder langfristig körperliche Belastung zu reduzieren.
Grundsätzlich wird zwischen aktiven und passiven Exoskeletten unterschieden. Im Folgenden sind Beispiele aktiver und passiver Exoskelette, die gezielt für die Anwendung im Alltag entwickelt wurden:
Aktive Exoskelette
Aktive Exoskelette besitzen eigene Energiequellen, Motoren oder hydraulische Systeme, die Bewegungen aktiv unterstützen oder verstärken. Sie finden beispielsweise in der Medizin Anwendung, um bei Behinderungen oder Lähmungen Mobilität zu ermöglichen oder zu verbessern [2], [3]. Zudem sollen sie auch Pflegekräfte beim Heben und Umlagern von Patient*innen unterstützen. Die daraus resultierende körperliche Entlastung kann Verletzungen reduzieren [4].
Passive Exoskelette
Passive Exoskelette benötigen keinen Strom. Sie nutzen mechanische Federn oder Dämpfer, um Bewegungen zu stabilisieren oder die Muskelstruktur zu entlasten [5]. Diese Art der Exoskelette wird beispielsweise in der Industrie oder Logistik eingesetzt, etwa beim Heben schwerer Lasten [2], [3].
RimA-Einschätzung zum Einsatz
Exoskelette sind in Deutschland zwar zunehmend im Einsatz, werden jedoch zumeist noch getestet und nicht regulär eingesetzt. Die Erprobung findet außerdem vor allem in Industrie, Bau und medizinischen Bereichen statt – den Alltag haben sie damit noch nicht erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass uns Lieferdienstangestellte oder Pflegekräfte mit Exoskelett-Unterstützung begegnen, ist noch sehr gering, da sie in der Regel sehr teuer und damit auch noch eher Nischenprodukte sind. Das Potential von Exoskeletten wird aber weiter erforscht und weiterentwickelt. Ihr Nutzen hängt stark von der Anpassung an konkrete Arbeitsprozesse und die Akzeptanz der Nutzenden ab.
Referenzen
[1] Online Browsing Plattform ISO. ISO 8373:2021(en) Robotics – Vocabulary. [Online]. Verfügbar: https://www.iso.org/obp/ui/#iso:std:iso:8373:ed-3:v1:en:term:4.17. [Abruf November 20, 2025].
[2] D. M. G. Preethichandra und L. Piyathilaka et. al. (2024, November 4). Passive and Active Exoskeleton Solutions: Sensors, Actuators, Applications, and Recent Trends. [Online]. Verfügbar: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11548343/. [Abruf November 20, 2025].
[3] ascentiz. What is a Exoskeleton? A Beginners Guide. [Online]. Verfügbar: https://ascentizexo.com/blogs/news/what-is-a-human-exoskeleton. [Abruf November 20, 2025].
[4] O. Bünte. (2023, Juni 2). German Bionics Exoskelett Apogee+ unterstützt in der Pflege. [Online]. Verfügbar: https://www.heise.de/news/Apogee-Exoskelett-unterstuetzt-Pflegekraefte-9162710.html. [Abruf November 20, 2025].
[5] B. Schwan. (2020, Februar 26). Exoskelett für privat. [Online]. Verfügbar: https://www.heise.de/hintergrund/Exoskelett-fuer-privat-4661767.html. [Abruf November 20, 2025].

